durchgeschaut.

durchgeschaut

Heute einmal den Kalender von vergangenem Jahr aufgeschlagen, in dessen Seiten geblättert und gemerkt, dass ich doch ganz schön viele Seiten gar nicht betrachtet habe. Die vielen  Dichter, Schriftsteller, Textkünstler und Sentenzenformer und  Ausschnitte aus deren Werk daher umso intensiver bestaunt.

Hängen geblieben bei einigen, die ich doch sehr schätze. Altbekannte und so manch Neue. Gemischt. Deren Texte müssen schon bald (ganz bald!) gelesen werden. Eine literarische To-do-Liste:

// etwas von Teresa von Avila lesen, die selbst heimlich Rittergeschichten gelesen hat (was ganz schön frech war in dieser Zeit).

// etwas vom großen Naturalisten Émile Zola lesen

// noch mehr von Uwe Timm lesen, den ich vor ein paar Jahren auf einer Lesung hörte und der so wunderbar feinfühlig von realen Gegebenheiten erzählen kann

// noch mehr von Sarah Kirsch lesen, in deren vergangenes Jahr erschienen Prosafragmente ich mich Hals über Kopf verliebt habe

// etwas von James Salter lesen, weil er bisher an mir vorbeigerauscht ist (oder ich an ihm, das kann man fast nicht sagen)

// noch mehr von Mirjam Pressler lesen, weil sie eine großartige Erzählerin ist

// noch mehr über Hannah Arendt erfahren, die ich als Frau doch sehr bewundere

// Jakob, der Lügner von Jurek Becker nun endlich in Angriff nehmen, nachdem ein Freund doch neulich so schwärmte

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im umbau.

relaunchcollage

In den letzten Wochen ist es hier ein wenig still geworden, war ich doch sehr viel unterwegs. Zeit „poetisiertes.“ ein wenig zu verändern: umzustellen, umzudrehen und umzukrempeln.
Die nächsten Wochen wird also gebastelt und rumprobiert, auf dass Neues kommt und Altes geht.
Ganz im Sinne des großartigen Johann Wolfgang von Goethe, der stets betont:

„Man muss sich immerfort verändern, erneuen, verjüngen,
um nicht zu verstocken“

 

Es weihnachtet.

simplecollage

Viel zu hören gab es nicht die letzten Wochen – zu schnell war alles und zu viel.  Zu viel, das noch erledigt werden musste und erlebt.
Langsam kehrt Ruhe ein und Zeit. Für die Dinge, die im Alltag keinen Platz haben. Zeit zum nachdenken.
Letztens kam mir was in den Kopf, als ich dieses so ehrliche Video der wunderbaren Cäthe sah. Etwas, das ich mir wünsche. Ich wünsche mir entschleunigte Feiertage – und simple. Ganz einfach. Mal betont langsam. Damit Zauber entstehen kann. Denn der „bleibt scheu, nur dem Staunenden treu“ [Max Prosa].

 

sonntagmorgen III. – im hier und jetzt

weiseworte

Eben gelesen und ins Herz geschlossen: Weises von Nadine Stair.
Worte, Sentenzen, Poesie, die sie im Alter von 82 Jahren niedergeschrieben hat, und wie folgt klingen:

„Wenn ich mein Leben nochmal leben könnte, würde ich versuchen mehr Fehler zu machen. Ich würde mich entspannen. Ich würde bis zum Äußersten gehen. Ich würde alberner als bei diesem Trip sein. Ich weiß einige Dinge, die ich ernster nehmen würde. Ich würde verrückter sein. Ich würde weniger hygienisch sein. Ich würde mehr Chancen wahrnehmen. Ich würde mehr unternehmen. Ich würde mehr Berge besteigen, in mehr Flüssen schwimmen und mehr Sonnenuntergänge beobachten. Ich würde mehr Eis und weniger Spinat essen. Ich würde mehr aktuelle Probleme und weniger eingebildete haben.
Wie du siehst, bin ich eine von den Menschen, die prophylaktisch und vernünftig und gesund leben. Stunde um Stunde, Tag für Tag. Oh, ich hatte meine Momente und wenn ich nochmal leben könnte, hätte ich viele mehr. Eigentlich würde ich gar nichts anderes wollen. Einfach nur Augenblicke, einen nach dem anderen, anstatt so viele Jahre im Voraus zu leben und zu denken. Ich war eine von der Sorte Leute, die nirgendwohin ohne ein Thermometer, eine Flasche mit heißem Wasser, ein Gurgelwasser, einen Regenmantel und einem nochmal leben könnte, würde ich leichter reisen als bisher.
Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich im Frühling früher anfangen, barfuß zu laufen und im Herbst später damit aufhören. Ich würde öfter die Schule schwänzen. Ich würde gute Noten nur aus Versehen schreiben. Ich würde öfter Karussell fahren. Ich würde mehr Gänseblümchen pflücken.
Wenn du dich andauernd nur schindest, vergisst du sehr bald, dass es so wunderschöne Dinge gibt, wie zum Beispiel einen Bach, der Geschichten erzählt und einen Vogel, der singt.“

umzugsgedanken.

poetisiertes_mag_umzugsgedanken

Hab mir heute zwischen Umzugskisten und Aufbruch ein paar Gedanken gemacht.
Um Zukünftiges gegenwärtiger zu machen und Erdachtes gegenständlicher.
Fünf virtuelle Schätze wurden gefunden, die sich bestens ergänzen, wie ich finde.
Fast monochrom ist die kleine Sammlung – dafür umso zeitloser und klassischer.
„S L O W  L I V I N G“ heißt hier das Stichwort, wie es Sabine in ihrem Laden am Lenbachplatz so schön vormacht.
Bis zum Umzug nächstes Wochenende darf also geschwärmt und gesehnt, gesucht und gefunden werden.
Mein Herz hüpft, der Geldbeutel schluchzt.

[1] Spiegel Stockholm vom Schweden
ich glaube, dass es keinen besseren platz für getrocknete blumensträuße geben kann.
[2] Betonvase und Betonhäuschen von juste béton
ein traum in kupfer und beton. ergänzung pur, wie ich finde.
[3] Copper Hanger Medium von Calvill
kupfer. hängend. wunderbar.
[4] Wolldecke Gotland von Urbanara
schurwolle ganz pur und zeitlos, dafür sicherlich umso wärmer.
[5] the grid blanket von bastisRIKE
ein träumchen in schwarz-weiß. slow living per excellence.

sonntagmorgen II.

ZEITLOS

Wenig Zeit ist momentan übrig – [fast] zu wenig, um auszuruhen, runterzukommen oder zu genießen.
Kommende Woche steht der erste Umzug an, der zweite nur einen Monat später.
Viel Musik ist daher angesagt. Eines meiner liebsten, ist dieses Lied hier.
Voll von Hoffnung ist auch der Film über „Das Wunder von Riace„, den ich erst letztens entdeckte – jedoch so aktuell wie eh und je ist. Dabei meine tiefste Bewunderung für den Bürgermeister dieser Stadt, der Verlorenen Zuflucht bietet und Schutz – und so selbtlos macht statt nur drüber spricht. So nahbar, dass man sich gleich selbst an die eigene Nase fassen muss.
Ein echter Liebling für jeden Zeitlosen findet sich außerdem hier.
Hilft mir gerade sehr. Ist daher seit zwei Wochen im Dauereinsatz.

sonntagmorgen.

sonntagmorgen (3)

ein teeglas mit früchtetee (frutti di mista – urlaubsüberreste), ein buch mit seiten, die aus papier sind und rascheln beim umblättern, und eine brille für augen, die den über- und durchblick nicht verlieren wollen. das ist alles.
dazu noch schwerwiegende essenzen aus dem noch nicht zu ende gelesenen tagebuch der ach so jungen anne. ihre sentenzen sind so lebensweise, intensiv und voll weisheit. mich umhüllt eine tiefe melancholie beim blättern der seiten – so intensiv und unter die haut gehend. hab dank liebe anne, dass du aufgeschrieben hast, was dich bewegt – auf, dass es inspiriert, nachdenklich macht und hoffnung gibt, die du stets suchtest, doch nie verliertest.

sonntagmorgen (4)